Unser Haus war lange als Strohballenhaus geplant. Die Bauantragspläne zeigen noch die 44 cm dicke Strohwand. Gebaut wird jetzt mit Holzfaser. Das ist kein Urteil über Strohbau, sondern das Ergebnis unserer Rechnung für dieses Haus.
Beim Wärmeschutz gewinnt Stroh nicht. Die geplante Strohwand erreicht einen U-Wert von rund 0,15 W/m²K. Eine gleich dicke Holzfaserwand käme auf 0,13. Wir rechnen inzwischen mit einer schlankeren, üblichen Holzrahmenwand von 36 cm und U 0,17. Auf das ganze Haus bezogen macht der Unterschied zur Strohwand rund 0,1 kW Heizlast aus, bei 5,6 kW insgesamt.
Der Rechenwert von Stroh ist unsicher. Wie gut Stroh dämmt, hängt davon ab, wie die Halme liegen. Mit dem Bemessungswert für quer liegende Halme (λ 0,052) war gerechnet. Liegen sie längs (λ 0,080), steigt die Heizlast des ganzen Hauses um etwa 7 %.
In den Kostenschätzungen war Stroh teurer. Die Kostenschätzung zum Vorentwurf vom März 2026 setzte für die Außenwand mit Stroh 535 €/m² an, mit Holzfaser 485 €/m², also rund 10 % mehr. Beim Dach lag Stroh bei 615 €/m² gegenüber 515 €/m² mit Holzfaser. Die Kostenberechnung vom August rechnete das Dach deshalb bereits mit Holzfaser, die Wand noch mit Stroh.
Geblieben ist, was uns am Strohhaus gereizt hat: Holz als Tragwerk, ein nachwachsender Dämmstoff und Lehm auf den Innenflächen.